Alkohol: Kulturgut, Konsumgut und psychoaktive Substanz

 

Substanz

 

Die chemische Struktur des Alkohols wird als Ethylalkohol oder Ethanol (C2H5OH) bezeichnet. Ethanol ist eine farblose, brennend schmeckende Flüssigkeit. Der Ethylalkohol, auch "Trinkalkohol" genannt, entsteht bei der Vergärung kohlenhydrathaltiger Materie wie Früchte, Getreide oder Kartoffeln. Gärungsalkohol enthält höchstens 18 Volumprozent (% Vol.). Durch Destillation des Gärungsalkohols kann der Alkoholgehalt noch erhöht werden (bei Spirituosen wie Schnaps, Wodka oder Whisky bis zu 80 % Vol.). Bei der Gärung und Destillation können zusätzlich andere, hochtoxische Alkohole wie Methanol und Begleitstoffe wie Aldehyde oder Fuselöle entstehen. Ethanol lässt sich auch rein synthetisch herstellen und findet als Industriealkohol zur Herstellung von Farbstoffen und Arzneimitteln Verwendung.

Geschichte

 

Alkohol, weit verbreitet und seit Ewigkeiten als Nahrungs-, Heil-, Genuss- und Rauschmittel in Verwendung. Schon ca. 6 400 v. Chr. sollen Bier und Wein konsumiert worden sein. Die ersten Brauereien gab es im heutigen Ägypten bereits ca. 3700 v. Chr. Die erste Destillation, also die Trennung flüssiger Stoffe durch Verdampfung und Wiederverflüssigung, fand ca. im 8. Jh. n. Chr. im arabischen Raum statt, perfektioniert wurde die Schnaps- und Likörproduktion von den Mönchen des Mittelalters. Das Ergebnis dieses Vorgangs, bei dem aus Wein hochprozentiger Branntwein gewonnen wird, nannten die Araber "al-kuhl". Al-kul bedeutet so viel wie "das Feinste".

 

Im Mittelalter wurde Branntwein vor allem für medizinische Zwecke eingesetzt. Alkohol gilt somit seit langem als Kulturgut: bierbrauende Ägypter, Bacchus, der römische Gott des Weines und der Ekstase, Dionysos bei den Griechen. Die Germanen stellten aus Honig und Wasser Met her und in Tibet wurde aus Gerste Bier gebraut.

Alkohol dürfte auch die älteste psychoaktive Substanz sein, die für religiöse Riten verwendet wurde. Der Messwein spielt heute noch im christlichen Glauben eine sehr bedeutende Rolle

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Aufnahme & Abbau

 

Nur etwa 20% des getrunkenen Alkohols gelangt über den Magen, der Großteil der verbleibenden Menge wird über die Schleimhäute des Dünndarms aufgenommen und erreicht über den Blutkreislauf sämtliche Organe des Körpers.

Die maximale Blutalkoholkonzentration (BAK) wird innerhalb von etwa 30-75 Minuten erreicht und in Promille gemessen. Hat man nichts gegessen wird der Alkohol schneller aufgenommen, weil er direkt in den Dünndarm abgegeben wird. Wie viel vom Körper aufgenommen wird hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die Alkoholmenge, die Trinkgeschwindigkeit, das Körpergewicht und das Geschlecht spielen eine Rolle. Der Alkoholabbau lässt sich nicht beschleunigen und beträgt zwischen 0,1 und 0,2 Promille pro Stunde.

 

Bei Frauen kann es sein, dass sie schneller betrunken werden, weil sie einen geringeren Körperwasseranteil haben als Männer. Die Blutalkoholkonzentration steigt somit schneller an, da sich der Alkohol auf weniger Flüssigkeit verteilt. Ebenso haben Frauen das Enzym ADH (Alkoholdehydrogenase), das bedeutend für den Alkoholabbau ist, nur in der Leber. Männer haben es zusätzlich im Magen. Dadurch wird Alkohol bei Frauen verzögert abgebaut.

Wirkung, negative Wirkung und Risiken

 

Die erlebte Wirkung hängt von der konsumierten Menge ab und von der eigenen körperlichen und seelischen Verfassung sowie von der Gewöhnung an Alkohol. Der Zustand und das Gefühl im Rausch können sich bei identischer Blutalkoholkonzentration durchaus unterschiedlich anfühlen.

Geringe Mengen Alkohol bewirken zumeist ein Gefühl allgemeinen Wohlbefindens, der Entspannung, Heiterkeit und gesteigerte Kontaktfreude. Hemmungen und Ängste können bei manchen Personen abgebaut werden.

Größere Mengen führen jedoch zu Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen. Die Sprache wird verwaschen und es kommt zu Reaktions- und Koordinationsstörungen.

Sehr tückisch an Alkohol ist, dass die Risikobereitschaft steigt, während das Urteilsvermögen herabgesetzt wird.

Kurzum: Man neigt sich zu überschätzen. Diese Selbstüberschätzung führt dazu, dass Risiken die man eingeht, nicht kontrolliert werden können. Man setzt sich und andere Personen möglicherweise großen Gefahren aus. Oder es kommt zu Handlungen, die man später bereuen könnte.

 

Obendrein klagen viele Personen über Übelkeit, werden müde und sind benommen. Die Folge können Blackouts sein. Bei großen Mengen kann es zu Bewusstlosigkeit kommen, in einigen Fällen zum Tod.

Alkohol im Kurzüberblick

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Was macht diese Substanz mit mir und wie komme ich davon los?

Für Kraftfahrer gilt die 0,5 Promillegrenze. Mit dem Fahrrad oder einem Fuhrwerk darf man einen Wert von 0,8 Promille nicht überschreiten. Für Personen mit Probeführerschein gelten in den ersten zwei Jahren die 0,1 Promille als Grenzwert. Generell gilt jedoch, dass das Lenken eines Fahrzeuges prinzipiell verboten ist wenn die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt ist. Auch wenn 0,5 Promille nicht erreicht sind. "Alkohol am Steuer" auf help.gv.at 

Promillerechner
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Alle Mengenangaben in Liter
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Langzeitfolgen

 

Mehrjähriger, regelmäßiger und intensiver Alkoholkonsum führt zu schwerer psychischer und physischer Abhängigkeit.

Es können beinahe alle Organe geschädigt werden. Vor allem hat langjähriger und intensiver Alkoholkonsum zerstörerische Wirkung auf Teile des Gehirns, die für unser Bewusstsein und viele Denkleistungen hauptverantwortlich sind. Das kann auch Persönlichkeitsveränderungen nach sich ziehen. Die Schädigungen sind oftmals bleibend. Im sozialen Bereich kann chronischer Alkoholkonsum und die daraus folgende Persönlichkeitsveränderung zu Problemen in Schule, Job und Familie führen.

Gesetz

 

Ab welchem Alter Alkohol getrunken werden darf, hängt gesetzlich vom Jugendschutzgesetz des Bundeslandes ab. In Oberösterreich ist bis zum 16. Geburtstag der Erwerb und Konsum generell verboten. Zwischen 16 und 18 darf man nur alkoholische Getränke konsumieren und erwerben, die nicht gebrannt sind, auch keine Mischgetränke.

 

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