Substanz

 

Die Tabakpflanze (Nicotiana) ist eine weltweit verbreitete Feldfrucht aus der Familie der Nachtschattengewächse.

Das Nikotin, das für die psychoaktive Wirkung der Pflanze entscheidend ist, befindet sich in den Tabakblättern. Es gilt als eine der stärksten suchterzeugenden Substanzen.

Den größten weltweiten Anteil an Tabakprodukten stellen mit etwa 96% Zigaretten dar.

Neben Nikotin enthalten Zigaretten bis zu 600 schädliche Zusatzstoffe oder gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe wie Teer, Kohlenmonoxid, Blausäure und andere.

 

Bis zum Alter von 16 Jahren ist der Kauf und Konsum von Tabakwaren verboten. Dazu gehört auch der Tabakkonsum mit der Shisha (Wasserpfeife).

Geschichte

 

Lange bevor Kolumbus die Kunde von Tabak nach Europa brachte, haben Griechen, Römer oder Germanen Kräuter geschnupft oder geraucht.

Der Rauch ist in fast allen Religionen Bestandteil religiöser Rituale. Die Mayas gelten als erste Tabakraucher der Menschheitsgeschichte (600 vor Christus). Über den aufsteigenden Rauch hätten sie mit ihren Göttern kommuniziert.

Für die Amerikaner vor Kolumbus war das Rauchen von Tabak ebenso ein heiliger, symbolischer Akt und diente zum Schutze oder zur Heilung von Krankheiten.

 

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts brachten spanische Eroberer die Tabakpflanze aus Südamerika nach Südeuropa. Jean Nicot, der französischer Botschafter am portugiesischen Hof, führte die Pflanze in Frankreich ein. Ihm zu Ehren erhielt sie den botanischen Namen "Nicotiana tabacum" und nach Nicot wurde im 18. Jahrhundert der wichtigste chemisch isolierte Wirkstoff der Pflanze das "Nikotin" bezeichnet. Das Tabakrauchen verbreitete sich in Europa sehr rasch und wurde salonfähig.

 

In Österreich ist die Tabakpflanze und ihr Gebrauch seit dem 17. Jahrhundert heimisch. Kauen, Schnupfen und Pfeifenrauchen waren die dominierenden Konsumformen bis ins 19. Jahrhundert, als sich das Tabakrauchen modernisierte.

Rauchen von Zigarren wurde zum Statussymbol für Macht, Ansehen und Geld. Zigaretten setzten sich als schnell konsumierbares und billiges Genussmittel Anfang des 20. Jahrhunderts durch. Die Zigarettenindustrie boomte.

Erst vor etwa 50 Jahren geriet das Ansehen der Zigarette ins Wanken, als sich das medizinische Wissen über die Schädlichkeit des Tabakkonsums durchzusetzen begann. Erkenntnisse des erhöhten Lungenkrebsrisikos (Terry Report 1964) und anderer Gesundheitsschädigungen durch Zigarettenkonsum lösten ein Problembewusstsein und einen Rückgang des Konsums aus.

Aufnahme & Abbau

 

Nikotin wird meist in Form von Zigaretten, Zigarren, Pfeifen geraucht oder geschnupft. In einigen Kulturen wird Tabak auch gekaut.

Ein Teil des Nikotins löst sich bereits im Speichel auf und gelangt auf diesem Weg oder eben über die Lunge in den Blutkreislauf und ist bereits nach 10 bis 15 Sekunden im Gehirn, um dort die psychoaktiven Wirkungen zu entfalten.

Die Menge des Nikotins ist abhängig vom Nikotingehalt der Zigarette, der Verweildauer des Rauches in der Lunge sowie der Anzahl der gemachten Züge und gerauchten Zigaretten.

Wirkung & akute Risiken

 

Nikotin kann die Wachheit erhöhen sowie die Stimmung leicht heben.

Ebenso kann das Hungergefühl unterdrückt werden. Über die Herabsetzung der Muskelspannung vermittelt Nikotin zusätzlich ein Gefühl der Entspannung.

Der Rausch ist sehr individuell und wird sehr unterschiedlich wahrgenommen. Viele rauchen um Wut, Aggression oder Angst zu dämpfen oder um Anspannung oder Müdigkeit abzubauen.

Dafür ist das Nikotin nur in sehr geringem Ausmaß verantwortlich. Viel mehr spielen, vor allem bei starken RaucherInnen, die Erwartung, der Gewöhnungseffekt und die psychische Abhängigkeit eine Rolle.

 

Die Auswirkungen von Nikotinkonsum äußern sich meistens - bei höherem oder ungewohntem Konsum - durch Schwindel, Kopfschmerzen, verstärktem Speichelfluss, Übelkeit, Harndrang, Magenbeschwerden sowie Erbrechen.

Langzeitfolgen

 

Regelmäßiger Nikotinkonsum führt zu körperlicher und psychischer Abhängigkeit.

Nikotin wird unter den Substanzen mit dem höchsten Suchtpotential eingereiht.

Langfristiges Rauchen führt häufig zu Erkrankungen der Atemwege. Zudem erhöht sich bei RaucherInnen das Krebsrisiko (Lunge, Mundhöhle, Kehlkopf, Speiseröhre, Blasen und Bauchspeicheldrüse sind besonders gefährdet).

 

Das Risiko an Herzleiden zu erkranken ist bei RaucherInnen um das 20-fache erhöht. Ablagerungen von Nikotin und Kohlendioxid an den Wänden der Blutgefäße lassen die Thrombosewahrscheinlichkeit steigen. Zudem beschleunigt das Rauchen den Alterungsprozess der Haut.

 

An den Folgen des Nikotinkonsums erkranken und sterben weltweit mehr Menschen als durch alle anderen legalen wie illegalen Drogen, inklusive Alkohol, zusammen.

Die Rauchfrei App

 

Die kostenfreie App des Rauchfrei Telefons bietet Raucherinnen interaktive Unterstützung bei ihrem Weg in die Rauchfreiheit bzw. beim rauchfrei bleiben.

 

Individuellen Begleitung bei der Vorbereitung, Umsetzung und/oder Aufrechterhaltung der Rauchfreiheit.

 

Das bisherige Rauchverhalten, persönliche Motive für den Rauchstopp sowie individuell hilfreiche Strategien bei Verlangensattacken finden in der App ebenso Berücksichtigung wie mögliche Stolpersteine auf dem Weg in die dauerhafte Abstinenz.

 

 

Nikotin im Kurzüberblick

Nikotin im Gehirn

Auf der Seite einer der größten Einrichtungen für Suchthilfe in den Niederlanden, können sich alle, die nicht gleich ein medizinisches Fachbuch lesen wollen, darüber informieren, wie Nikotin und andere Substanzen im Gehirn wirken.

Hier geht es zur Flash-Animation, die, unter anderem auch in Deutsch verfügbar ist.

Rauchen oder Nichtrauchen?