Speed - Amphetamin

 

Speed ist meistens eine Mischung aus Koffein sowie anderen Verschnittstoffen und Amphetamin oder - eher selten - Methamphetamin.

Speed ist pulverförmig und meistens weiß, beige oder rosafarben. Am Schwarzmarkt ist Speed als Pulverform, in Kapseln oder in Pillenform und mit anderen Substanzen vermengt.

Drug-Checking-Projekte haben gezeigt, dass in 1/3 der getesteten Speed-Proben überhaupt kein Amphetamin enthalten war. Oft sind darin Streckmittel, Placebos, wirkungslose Substanzen oder Medikamente zu finden. Amphetamine und Methamphetamine sind künstlich hergestellte Substanzen und von der Wirkungsweise ähnlich. Methamphetamin wirkt länger und stärker.

 

Crystal meth (Ice, Crystal) ist ein Methamphetamin. Es ist weiß oder teilweise eingefärbt und kristallin.

Geschichte

 

Amphetamin wurde 1887 erstmals synthetisiert und in den 1930er-Jahren als Medikament gegen Schnupfen eingesetzt. Es wurde später zur Behandlung von unterschiedlichsten Krankheiten (psychischen Erkrankungen, Fettleibigkeit, Alkoholismus und viele andere) zugelassen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde (Meth)Amphetamin in großen Mengen zur Bekämpfung von Müdigkeit und zur Leistungssteigerung an Soldaten abgegeben und fand als Dopingmittel Verwendung.

In Musik- u. Jugendkulturen war es vor allem in Kombination mit Alkohol sehr beliebt. Das Suchtpotential der Substanz sowie die Zunahme von Vergiftungen und Amphetaminpsychosen wurden erst in den 60er Jahren entdeckt. Die Folge war die weltweite Beschränkung und die gleichzeitige Entwicklung eines illegalen Marktes.

MDMA (als Ecstasy bekannt) als "Amphetaminverwandtschaft" wurde 1914 erstmals synthetisiert und wurde ebenso in der Medizin eingesetzt. Als illegale Substanz war der Ableger MDA als "Liebesdroge" unter Hippies bekannt. Erst seit den 90er Jahren verbindet man Ecstasy mit der aufkommenden Rave- und Technobewegung. Als Teilsubstanz sind Amphetamine noch heute in unterschiedlichsten Medikamenten enthalten.

Aufnahme & Abbau

 

Speed wird meist geschnupft oder geschluckt, selten gespritzt oder geraucht. Wegen der unterschiedlichen Reinheit ist die Dosierung schwierig und die Gefahr einer Überdosierung hoch.

Amphetamine gelangen über die Schleimhäute, den Magen oder durch Inhalieren und Injektionen in den Blutkreislauf und entfalten im Gehirn ihre Wirkung. Amphetamine werden im Darm aufgenommen und im Körper verteilt (die höchste Konzentration ist im Fettgewebe).

Abgebaut wird es in der Leber und im Urin ausgeschieden. Der überwiegende Großteil wird innerhalb von drei bis vier Tagen ausgeschieden. Durchschnittlich bleiben Amphetamine rund 2-3 Tage über den Urin nachweisebar.

Wirkungen

 

Amphetamin setzt im Gehirn die körpereigenen Stoffe Noradrenalin und Dopamin frei und löst, je nach Dosierung, körperliche und geistige Veränderungen aus.

Die Wirkdauer ist abhängig von der eigentlichen Substanz (Amphetamin, Methamphetamin), der Dosis und der Einnahmeform. Oral konsumiert beginnen sich die veränderten Wirkungen etwa nach 30 Minuten einzustellen. Die Wirkung hält bei Amphetamin etwa 2 bis 4 Stunden, die von Methamphetamin mitunter bis zu 24 Stunden an.

 

Die Körpertemperatur erhöht sich, das Hunger- und Schlafbedürfnis wird unterdrückt. Man fühlt sich leistungsfähiger und euphorisch, setzt sich höherer Risikobereitschaft aus und hat ein unterdrücktes Schmerzempfinden. Es können sich negative Wirkungen verstärken: Zittern, Unruhe, Übelkeit, Herzrasen, Kopfschmerzen, Nervosität, Gereiztheit und Appetitlosigkeit, erhöhte Aggression (vor allem in Kombination mit anderen Substanzen wie Alkohol). Bei hoher Dosierung kann es zu Kreislaufversagen, Schlaganfällen sowie Nieren-, Leber-, und Herzversagen oder zu Bewusstlosigkeit kommen.

Eine unterschätzte Gefahr ist die Überhitzung des Körpers. Nach dem Konsum von (Meth)amphetamin kann die Körpertemperatur stark ansteigen, bis zu 41 Grad. Da Amphetamine körpereigene Botenstoffe freisetzen ist das Gehirn bemüht wieder für Gleichgewicht zu sorgen. Dazu braucht es einige Tage. Dabei tritt die Speed-Wirkung ins Gegenteil. War man zuvor energiegeladen, fühlt man sich beim Runterkommen müde, leer, gereizt, unzufrieden und unkonzentriert.

Risiken

 

Viele Risiken sind unter Wirkung / negative Wirkung angeführt. Riskant ist auch Mischkonsum mit anderen Substanzen, da die Wirkungen nicht vorhersehbar sind.

Neben gesundheitsschädlichen Risiken und der Tatsache, dass der Konsum in Österreich strafrechtliche Gefahren mit sich bringt, ist die Unterscheidung von Amphetamin und Methamphetamin wichtig, da in Österreich speziell Methamphetamin-Produkte im Umlauf sind.

Im Gegensatz zu Amphetamin, das meist stark gestreckt wird, besitzt das Methamphetamin - vor allem in seiner kristallinen Form (Crystal Meth) meistens einen sehr hohen Wirkstoffgehalt (bis zu 90%!). Bei Verwechslung der beiden Substanzen kann es zu lebensbedrohlichen Vergiftungen durch Überdosierung kommen! Methamphetamin wie Crystal sind also ungleich stärker und haben ein hohes Suchtpotenzial.

Wer gar nicht darauf verzichten kann oder will, ist angeraten wenig zu nehmen und "Nachlegen" zu vermeiden.

Langzeitfolgen

 

Amphetamine können sehr schnell zu einer psychischen Abhängigkeit führen. Man will die in den ersten Phasen des Konsums (positiv) erlebten Wirkungen wiederholen. Möglichst noch intensiver und schneller. Oftmals wird nach häufigem Gebrauch die Wirkung schwächer und die Wirkdauer geringer. Somit wird eventuell die Dosis in riskantem Ausmaß gesteigert oder die Form des Konsums verändert, soziale Aktivitäten werden oftmals vernachlässigt und später gänzlich eingestellt.

Dieses Verlangen mit der Substanz weiterzumachen scheint ein "unbezwingbar und extrem gieriges" zu sein und erklärbar mit den negativen Entzugserscheinung beim Absetzen. Es kann zu Appetitlosigkeit, Magenproblemen, Hautunreinheiten, Zahnausfall und zur Veränderungen des Menstruationszyklus kommen. Mögliche Langzeitfolgen können starke Ängstlichkeit, paranoide Zustände und wiederholend wirre Gedanken und Handlungen sein. Halluzinationen dieser Art - oftmals nach wenigen Tagen Dauerkonsum - sind unter dem Begriff "Amphetaminpsychose" bekannt.

Gesetz

 

Amphetamin unterliegt dem Suchtmittelgesetz und ist illegal in Österreich. Illegal sind der Erwerb, der Besitz, die Erzeugung, die Ein- und Ausfuhr, die Weitergabe und der Verkauf

Spped im Gehirn

Auf der Seite einer der größten Einrichtungen für Suchthilfe in den Niederlanden, können sich alle, die nicht gleich ein medizinisches Fachbuch lesen wollen, darüber informieren, wie Speed und andere Substanzen im Gehirn wirken.

Hier geht es zur Flash-Animation, die, unter anderem auch in Deutsch verfügbar ist.