Zu DICK, zu DÜNN?! - Auf jeden Fall UNPERFEKT liebenswert!

 

Zum Thema Essstörungen gibt es bereits viele Infoseiten. In unserem Fall möchten wir dich auf eine Art Shoppingtour einladen. Nur bekommst du in diesem fall keine neuen Sachen, sondern WISSEN.

Manches passt sofort, anderes nie und einiges muss man einfach (öfters) probieren. Entscheidend ist natürlich auch, was deine Freunde dazu sagen.

COOL, SEXY & IN im Wandel der Zeit

 

Aussehen hatte schon immer einen hohen Stellenwert. Doch "Schlank zu sein" war nicht immer "IN". Je mehr Rundungen Frauen früher hatten, desto mehr Wohlstand wurde ihnen zugeschrieben. Das Sexsymbol der 40/50iger Jahre Marilyn Monroe hatte sehr weibliche Rundungen.

 

In den letzten Jahren war es fast unmöglich damit einen Topmodelvertrag an Land zu ziehen. Doch langsam findet wieder ein Umdenken statt. Meghan Trainor "All About that Bass" macht sich genau dafür gesanglich stark. Auch deutsche Stimmen werden immer lauter: Luxuslärm feat. Culcha Candela mit "Mehr Gewicht". Bei den Männern galt Gewicht in Form eines "stattlichen" Bauches lange als Zeichen für Stärke und Wohlstand. Vor allem während und nach Hungerszeiten. Manche stopften sich Polster unter das Hemd.

 

Heute zählen oft nur mehr Muskeln und der perfekt Sixpack. Dafür wird in Fitnessstudios geboostert und gepumpt (Trainingsbooster). Der Wunsch nach dem perfekten Körper und der (Irr-)glaube diesen beliebig modellieren zu können ist groß. Keiner käme auf die Idee aus einem Elefanten eine Gazelle zu machen. Aber Auszusehen wie Keira Knightley oder Vin Diesel halten viele für eine Frage des reinen Willens und Medien und Werbung bestärken sie darin.

KÖRPERUNZUFRIEDENHEIT macht dick

 

Den perfekten Körper gibt es. Blöderweise haben den immer die anderen. Viele Menschen fühlen sich bereits mit einem normalen, gesunden Gewicht zu dick. Viele leiden darunter so sehr, dass sie versuchen Ihren Körper mit Hilfe einer Diät zu verändern. Aber kaum einer fragt sich, woher diese Unzufriedenheit kommt.

 

Auf den Fidschi-Inseln waren Essstörungen bis 1995 total unbekannt. Dann wurde das Fernsehen eingeführt und bereits drei Jahre später zeigten 15 % der Mädchen und jungen Frauen ein gestörtes Essverhalten und Körperbildstörungen. Eigentlich sollte es auf die Frage "Bin ich okay?!" nur eine Antwort geben: "ich bin okay so, wie ich bin, weil ich bin ich!"

 

Leider fällt genau das vielen schwer - besonders in der Pubertät, da sich der Körper stark verändert (körperliche Veränderungen in der Pubertät). Kaum jemand ist auf das, was da mental (also im Kopf) und körperlich passiert wirklich vorbereitet. Der Hauptwunsch vieler Mädchen ist "Bitte nirgends zu viel!", während es für die Burschen oft nicht genug sein kann, vor allem was Muskeln betrifft.

 

Ein Blick in den Spiegel macht schnell klar, dass der Körper macht was "er" will. Unzufriedenheit macht sich breit "So bin ich ganz und gar nicht okay!". Verstärken Freunde bzw. die Familie dieses Denken beginnt oft ein jahrelanger Kampf gegen den Körper bzw. die Kilos. Eine Diät jagt die nächste und mit jedem Mal steigt die Körperunzufriedenheit und (oft) auch das Gewicht.

(CRASH-)DIÄTEN machen dick

 

Abnehmen ist eigentlich keine Kunst. Das (abgenommene) Gewicht zu halten schon. Was der Körper einmal an Reserven hat, gibt er ungern wieder her. Zwingt man ihm die Kilos dennoch ab, holt er sie sich meist zurück und packt oben noch einige drauf - zur Sicherheit vor der nächsten künstlichen "Hungersnot".

 

Bald dreht sich alles statt um das Hunger- und Sättigungsgefühl um Kontrolle bzw. Kontrollverlust verbunden mit großer Scham sich nicht im Griff zu haben. Wirklich allen (anderen) scheint zu gelingen, woran man selbst scheitert. Im schlimmsten Fall rutscht man in einen Teufelskreis aus Hungern, Heißhungerattacken, Essanfällen und neuen Diäten. Dadurch wird der Fettstoffwechsel träger und der Zeiger auf der Waage klettert trotz großer Anstrengungen unaufhaltsam immer weiter nach oben.

DIÄTPRODUKTE auf dem Prüfstand

 

 

Das Wundermittel (Pille, Eiweißshake, Trainingsgerät, Bekleidung,....) zum Traumkörper gibt es nicht. Die einzigen, die unmittelbar etwas davon haben sind die Geschäfte, die damit unglaubliche Gewinne erzielt. Ganz nach dem Motto "die Hoffnung stirbt zuletzt" werden angeblich wissenschaftlich getestete Produkte trotz besseren Wissens ver- und gekauft.

 

Mit Hilfe bekannter Gesichter und eines perfekten Körpers lässt sich der Gewinn noch steigern. Ein aktuelles Beispiel ist Detlef D! Soost, bekannt aus "The Biggest Looser- Teens".

STRESS macht dick

 

Wir Menschen reagieren auf Stress mit dem sogenannten Fight oder Flight Modus also Kämpfen oder Weglaufen. Ist der Körper erst einmal in diesem Zustand fordert unser Gehirn ständig Glucose (Zucker). Dadurch fühlen wir uns geistig voll fit und der Herausforderung gewachsen. Im Gegensatz zu früher stehen uns heute unzählige (zuckerhaltige) Nahrungsmittel zur Verfügung. Was ist der Preis dafür?! - Die überschüssigen Kalorien - sprich die, die man nicht weg kämpft oder weg läuft, wandern ohne Umweg auf die Hüften.

 

So kann selbst Essen zum puren Stress werden (Kalorien zählen, schlechtes Gewissen...). Meist ist uns aber gar nicht so bewusst, was da mit uns passiert. Erst nachdem man den Kühlschrank geplündert hat, fragt man sich verwundert "Was war das jetzt?!" Erst, wenn man herausgefunden hat, was einen stresst kann man gegen steuern (zB Entspannung). Grundsätzlich gilt es herauszufinden was man statt (d)essen tun kann.

KÖRPERKULT extrem

 

Sport ist ohne jeden Zweifel gesund. Doch wer sich regelmäßig durch völlig überzogene Workouts kämpft, wird sich bald nicht mehr freiwillig von der Couch bewegen wollen.

Der Spaß und die Freude an der Bewegung sollten stets im Vordergrund stehen. Sport kann zwar dabei helfen sein Gewicht in den Griff zu bekommen, er kann aber auch den Weg in eine Essstörung ebnen.

Im Leistungssport häufen sich die Essstörungen (problematisches Essverhalten). Betroffen sind vor allem Bereiche, in denen eine besonders schlanke Figur bzw. gewichtsklassen eine große Rolle spielen (Boxer, Läufer, Schwimmer, Skispringer, Kampfsportarten,.....).

WISSEN ist Macht

 

Der erste Schritt weg von einer Erkrankung ist immer sich schlau zu machen. Erst dann kann das (neue) Wissen langsam umgesetzt werden. Das dauert oft sehr lange. Rückschläge sind normal. Auch das "Laufen- Lernen" ist geprägt vom Hinfallen und wieder Aufstehen.

Aber der Spielraum dafür ist fast unendlich - irgendwann wir er/sie es schon lernen. Wären wir alle mit uns und unserem Umfeld geduldiger, würde das viel Leid ersparen.

Hat sich das Verhältnis zu deinem Körper/zum Essen in der letzten Zeit stark verändert?! Denkst du viel über "Diäten", "was ist okay, was nicht?" nach und hast das Gefühl diese Gedanken nicht mehr abschütteln zu können? Rutscht vielleicht deine ABF oder deine BFF immer tiefer in das Thema Essstörungen hinein?

Oder fällt es dir immer schwerer dich vor den Spiegel zu stellen? Links findest du einen Beratungsatlas mit allen Angeboten zum Thema Essstörungen in deiner Nähe. Du wurdest auf dieser Seite nicht fündig?!

 

Vielleicht möchtest du mir schreiben, was dir fehlt: violetta.palka(at)praevention.at

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Tagesablauf einer Essgestörten

Essstörungsberatungsstellen

Diese Karte der der Wiener Initiative gegen Essstörungen zeigt essstörungsspezifische Therapieeinrichtungen, stationäre Behandlung, Ambulanzen, Tageskliniken und Wohngemeinschaften.

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Essstörungen und ihre Folgen

Wann wird der Wunsch abzunehmen zur Krankheit und welche Formen gibt es? Expertin Christine Bischof im Gespräch.